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Physical Fitness: Taktik im Gym?


Hi, wir sind FitnessQ. Im zwei-wöchigen Rhythmus veröffentlichen wir gemeinsam mit dem direkt. Magazin Artikel zu den Themen Training, Ernährung und Mindset! Mehr über uns findest du auf Instagram und auf unserer Website (fitnessq.de). Die direkt. Redaktion ist inhaltlich nicht verantwortlich.

 

Eines der am weitesten verbreiteten Spiele in unserer Gesellschaft ist wohl Schach. Wirklich jeder kennt es und die meisten wissen zumindest, welche Züge man mit den einzelnen Figuren vornehmen kann und somit die grundlegendsten Regeln. Und falls du schon einmal eine Runde Schach gespielt haben, weißt du, dass man irgendwann an einem Punkt ankommt, an dem man vollkommen im Spiel versunken ist – man ist vollkommen in diese Welt eingetaucht, die sich auf diesem Spielbrett abspielt und in der man ständig nach Antworten auf folgende Fragen zu finden versucht: Welchen Zug muss ich als nächstes machen, um die andere Person am Ende besiegen zu können? Wie schaffe ich es am besten, in die Offensive zu gehen, aber dennoch meine wichtigen Figuren in Sicherheit zu bewahren? Und was hat der Gegner eigentlich vor, mit seinen Zügen zu bezwecken? All diese Fragen, die sich also stellen, fallen unter einen Begriff: Taktik – ein Begriff, mit dem jeder etwas anfangen kann und den jeder in seinem Leben auch zwangsläufig ab und zu einsetzen muss: sowohl in Strategiespielen, wie dem Schach, als auch in ganz alltäglichen Situationen, wie dem Verhandeln mit anderen Menschen, bei der Organisation seiner nächsten Geburtstagsfeier oder dem Planen des nächsten Tages. Doch nicht nur in solchen Situationen, sondern auch beim Treiben von Sport sind taktisch-kognitive Fähigkeiten von essenzieller Bedeutung. Inwiefern dies genau der Fall ist, werden wir in diesem Artikel für dich klären.

 

Der CEO von FitnessQ im Interview
Der CEO von FitnessQ im Interview

Es ist offensichtlich, dass die Taktik in den meisten Zweikampfsportarten (wie diversen Kampfsportarten), vor allem aber in Mannschaftssportarten (sogenannten Sportspielen, wie dem Fußball oder Basketball) von essenzieller Bedeutung ist. Hierbei ist nämlich eine richtige Spieleinstellung, mit der man auf den Gegner eingeht und auf ihn reagiert spielentscheidend. Man spricht in diesen Sportarten daher vom „Primat der Taktik“, da zwar technische und konditionelle Kompetenzen als Grundlagen unersetzlich sind, sie jedoch ihre volle Wirkung erst im Zusammenhang mit der richtigen Taktik entfalten können: Für das zeitlich richtige Einteilen seiner Bewegungen ist die räumliche Vorstellungskraft unabdingbar. Stell dir folgende Situation vor: In einem Fußballspiel führt der gegnerische Torwart einen Abstoß durch. Folgende Fragen wird sich nun JEDER an der Situation beteiligte Spieler in beiden Mannschaften stellen: Wann und wo wird der Ball aufkommen? Macht es mehr Sinn, wenn ich auf den Ball zu gehe, oder sollte ich das lieber einem Mitspieler überlassen? Habe ich irgendwelche Möglichkeiten, mich freizulaufen, damit mich ggf. ein Mitspieler anspielen könnte? Kann ich auf irgendeine Art und Weise einen gegnerischen Spieler davon abhalten, an den Ball zu kommen? Kann ich eventuell sogar mehrere dieser Schritte auf einmal ausführen? Es handelt sich hierbei dementsprechend um eine regelrechte „Kette von Entscheidungen“, wobei diese Fragen unter die spieltaktischen Begriffe Spielintelligenz und Spielkreativität fallen. Da wir nun also die Bedeutung des Begriffes Taktik im Zusammenhang mit der Leistung in den Sportspielen geklärt haben, verstehen wir auch, wieso sich die Trainingswissenschaften und Sportpsychologie seit Jahrzehnten mit dieser Thematik beschäftigt. So sind auch zahlreiche sportpsychologische Modelle zum taktischen Handeln entwickelt worden, von denen für uns als Individualsportler vor allem zwei wichtig sind: Roth teilt den ganzen Prozess des „sportlichen Handelns“ in seinem Zwei-Stufen-Modell in die kognitive Entscheidungsfindung, der eine angemessene Analyse der Situation vorausgeht, und die Realisierung der getroffenen Entscheidung auf. Doch was ist dabei für uns so wichtig? Bei den meisten Sportübungen, doch gerade beim Trainieren an Geräten wird viel zu oft unterschätzt, wie wichtig die richtige Ausführung der Übung ist. Du musst also zunächst durch die Analyse der Situation eine Entscheidung treffen – Wie sieht deine Übung aus? Auf was musst du achten? Und wie viele Wiederholungen werden empfohlen? Der nächste Schritt besteht dann in der praktischen Realisierung dieser Entscheidung: Achte genau auf die Ausübung und konzentriere dich auf deine Bewegungen, denn nur so kannst du deine Kraft am wirkungsvollsten einsetzen, erzielst damit den besten Trainingseffekt und beugst dadurch auch Verletzungen vor! Doch soll das nun heißen, dass man sich für immer und ewig so stark bei jeder einzelnen Übung konentrieren muss? Natürlich nicht: Hier kommt unser zweites taktisches Handlungskonzept ins Spiel: Das SMARTModell von Raab vereint diese zweistufige Vorstellung gewissermaßen mit einem Effekt, der uns in jedem Lebensbereich begleitet. Führt man nämlich eine beliebige Handlung, in unserem Fall eine gezielte Bewegung bei der Ausführung einer Übung, oft genug aus, so kann man diese Handlung immer besser ausüben, ohne großartig darüber nachdenken zu müssen. Der Vorgang wird also sozusagen intuitiv ausgeführt, was auch der entscheidende Unterschied zwischen Raabs Modell und anderen Modellen in dieser Thematik ist: Das SMARTModell unterscheidet zwischen Konzentration und Intuition. Ein weiterer Bereich, bei dem der Begriff der Taktik im weiteren Sinne für uns eine Rolle spielt, ist der des Trainingsmanagements. Um den größtmöglichen Trainingseffekt zu erzielen, ist nämlich nicht nur die richtige Ausübung beim Training selber von Bedeutung, sondern auch die Organisation von diesem: Wie oft musst du trainieren gehen, damit überhaupt ein Fortschritt bewirkt wird? Wie oft darfst du trainieren gehen, damit sich deine Muskeln ausreichend erholen können? Und wann lohnt es sich, welche Übungen zu machen, um gezielte Muskelgruppen zu trainieren? Die gezielte Planung, Analyse sowie Steuerung von körperlicher Belastung sind also die Schlüsselbegriffe, die es hier zu beachten gilt – und diese muss man taktisch richtig einsetzen, um die Leistungsfähigkeit zu optimieren und somit am besten und am schnellsten sein Ziel zu erreichen. Auf welche grundlegenden Dinge du dabei achten solltest, hat unser Fitness-Coach Milano bereits in einem eigenen Artikel zusammengestellt. Wenn du also bereit bist, so richtig durchzustarten, aber noch nicht so ganz weißt wie, dann wird dir sicherlich dieser Artikel dabei helfen. Außerdem könnt ihr über dieses Thema in etwas dichterer Fülle in unserem e-Book-Ratgeber nachlesen, der in Kürze zu einem günstigen Preis über unsere Website (fitnessq.de) downloaden könnt. Wenn du mit diesen Grundlagen startest, dann wirst du mit der Zeit auch lernen, deine sportlichen Bedürfnisse zu evaluieren: Du wirst deine Stärken erkennen und wirst auf der anderen Seite wissen, welche Schwächen du noch hast und wirst somit deinen Trainingsplan gezielt auf einzelne Muskelgruppen anpassen können. Außerdem wird dir bewusster werden, welche Risiken das Training birgt, und somit auch, wie du vor diesen vorbeugen kannst. Dies ist ein weiterer Bereich des Trainingsmanagements – die taktisch-individuelle Leistungsdiagnostik, die man sich mit wachsender Erfahrung sozusagen automatisch aneignet.

 

Also noch einmal alles zusammengefasst: Bevor es mit deinem Training losgehen kann, solltest du dir einige grundlegende Informationen aneignen, damit du deine Trainingskapazitäten möglichst effizient einsetzen kannst und somit den besten Trainingseffekt erzielst. Essenziell hierfür ist ein guter Trainingsplan. Wie du diesen erstellst, erfährst du entweder in unserem Artikel über die Gym-Basics oder in dem e-Book, das bald auf unserer Website (fitnessq.de) erhältlich sein wird und das dich etwas umfassender auf die grundlegenden Voraussetzungen für den Umstieg in ein gesünderes Life-Style vorbereiten wird. Ist dies geschehen, dann informiere dich zunächst ausreichend über die Übungen, die du ausführen willst, bevor du diese anschließend konzentriert ausführst, um den größten Trainingseffekt zu bewirken. Wenn du dies lange genug getan hast, so wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem sich die Bewegungsabläufe bis zu einem gewissen Grad verselbstständigen und du dich nicht mehr allzu sehr darauf konzentrieren musst. Du weißt nun also über alles Wichtige Bescheid, was es über den Einfluss von taktisch-kognitiven Fähigkeiten auf die Physical Fitness zu wissen gibt. Dabei haben wir uns am Beispiel des Fußballs etwas vertieft angeschaut, was das überhaupt bedeutet. Dabei ist wohl relativ offensichtlich, dass die Taktik hier recht wichtig ist. Doch hättest du gedacht, dass diese Art von Fähigkeit auch beim Individualsport von solch einer großen Bedeutung ist?


Liebe*r Leser*in, liebe*r Athlet*in,

vielen Dank, dass du unseren Artikel auch diese Woche wieder gelesen hast. In diesem 2. Artikel der Reihe „Physical Fitness“ haben wir mit dir zusammen herausgefunden, welchen Einfluss taktisch-kognitive Fähigkeiten auf Mannschaftssportarten wie den Fußball, aber auch auf Individualsportarten haben.

 

Im nächsten Artikel dieser Reihe, der voraussichtlich am 17.01.2021 erscheinen wird, geht es darüber, inwiefern sich ein umgekehrter Effekt beobachten lässt: Sport wirkt sich nämlich nicht nur auf die physische Gesundheit aus, sondern hat auch einen gewissen Einfluss auf die Kognition. Wir freuen uns immer sehr über Feedback und Rückmeldungen. Schreib uns gerne eine Mail an fitnessq@mail.de, auf Instagram als PN oder über unsere neue Website fitnessq.de ! Bleib gesund und viel Erfolg!

 

Sportliche Grüße

dein FitnessQTeam


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