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So funkionieren die Corona-Impfstoffe – die mRNA-Technologie erklärt


Nach monatelanger Forschung ist nun endlich Licht am Ende des dunklen "Corona-Tunnels" zu sehen. Als die zwei (von ca. 30 Firmen, die an einem Impfstoff forschen) kooperierenden Pharmakonzerne Pfizer und BioNTech vergangene Woche vorläufige Ergebnisse ihrer Impfstudie veröffentlichten. Mit einer Effektivität von 95% (gleichauf mit bspw. dem Masern-Impfstoff) ist das ein ermutigendes Ergebnis. Anfang der Woche publizierte die Firma Moderna, ebenfalls eine der 30 Forschenden, die Zahlen ihrer Studie: 94,5% Effektivität. Beide Impfstoffe zeigten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen und befinden sich bereits in der dritten und letzten Phase der Impfstudie. Die einzelnen Phasen unterscheiden sich nach dem Umfang der Probandengruppe.

Die Impfstoffe von Moderna und Pfizer bzw. BioNTech sind folglich vielversprechende Kandidaten. Doch wie kommt es, dass ausgerechnet diese zwei Firmen so schnell in der Entwicklung und Testung eines Impfmittels voranschreiten konnten? Wirft man einen genaueren Blick auf die beiden Konkurrenten, findet man schnell eine Gemeinsamkeit: mRNA - die Technologie hinter dem Impfstoff. 

Was ist mRNA?

mRNA ist die Abkürzung für Messenger RNA bzw. Ribonukleinsäure. Ohne hier zu tief in die wissenschaftlichen Details einzusteigen, kann man sich die mRNA vereinfacht als biologische Bauanleitung vorstellen. Die Zellen des Körpers können diese einlesen und gemäß Anleitung neue Körper-Moleküle produzieren.

Wie funktionieren normale Impfstoffe?

Bei einem normalen Impfstoff wird dem Patienten der abgeschwächte oder abgetötete Virus selbst injiziert. Der Körper erkennt den (für den Menschen ungefährlichen) Virus und bildet durch eine Immunantwort Antikörper zur Bekämpfung des spezifischen Virus'. Sollte der Mensch nun mit dem echten lebendigen Virus in Kontakt kommen, erkennt der Körper diesen anhand seiner spezifischen Spike-Proteine. Anschließend greifen die sog. Gedächtniszellen des Körpers auf die bereits bekannten Antikörper zurück, die dann den Virus schnell bekämpfen können.

 


Wie funktioniert ein mRNA-Impfstoff?

Wissenschaftler haben die spezifischen Spike-Proteine des Coronavirus' untersucht und sind in der Lage, deren genetischen Bauplan zu rekonstruieren. Mithilfe der mRNA, die dem Patienten als Impfstoff gespritzt wird, gelangt dieser Bauplan dann in die menschliche Zelle. Die Zelle liest diesen und produziert gemäß des Plans die spezifischen Coronavirus-Spike-Proteine selbst. Ohne dass sich der tatsächliche Virus im Körper befindet, rufen die selbst produzierten Spike-Proteine eine Immunantwort hervor. Das Immunsystem bildet Antikörper, zugeschnitten auf die Spike-Proteine des Coronavirus'. Kommt der Mensch nun mit dem tatsächlichen Virus in Kontakt, läuft das ganze wie bei einem normalen Impfstoff ab: Die Gedächtniszellen des Körpers greifen auf die bereits bekannten Antikörper zurück, die dann den Virus schnell bekämpfen können.


Moderna und BioNTech - letztere eine deutsche Firma - forschen bereits seit einigen Jahren spezifischen an mRNA und deren Bedeutung für die Medizin und sind somit Experten auf diesem innovativen Gebiet der Medizin.

 


Der weitere Weg

Pfizer will noch bis zum Wochenende (heute) eine Notfallzulassung für ihren Impfstoff bei der US-amerikanischen FDA (Food & Drug Administration) erwirken. Die ersten Impfungen in den USA könnten dann vermutlich Ende Dezember stattfinden. Ähnliches ist für Deutschland zu erwarten. Die Bundesregierung arbeitet mit Hochdruck daran, eine weitläufige Impfung zu ermöglichen. Das größte Problem hierbei stellt die Logistik dar. Der Pfizer und BioNTech Impfstoff muss beispielsweise konstant bei -70°C aufbewahrt werden, was viele medizinische Einrichtungen vor eine große Herausforderungen stellt. Denn die Kühlung erfordert eigens konstruierte Kühlbehälter, die unter anderem von Pfizer hergestellt werden. Da die Kapazitäten verständlicherweise nicht für eine sofortige Impfung aller deutschen Bürger ausreichen, legten der Deutsche Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina kürzlich einen Vorschlag zur Impfreihenfolge der Bevölkerung vor. So soll älteren Menschen und Risikopatienten Vorrang geboten werden. Darauf folgen Mitarbeiter der Gesundheits- und Daseinsversorgung (z.B. Ärzte und Lehrer). Danach wird dann die breite Bevölkerung geimpft (die Priorisierung bedeutet nicht, dass eine Gruppe komplett geimpft sein muss, bevor man mit der nächsten Gruppe beginnt).

Die innovative Technologie der mRNA impliziert jedoch nicht nur positive Konsequenzen für die Corona Pandemie, sondern auch für weitere Krankheiten. Laut Dr. Ugur Sahin, dem Gründer von BioNTech, könnte die Zulassung eines mRNA-Impfstoffes die Erschließung eines komplett neuen Feldes der Medizin und Heilung vieler anderer Krankheiten bedeuten.

 

- Moritz Müller, Leiter Wirtschaftsressort

 

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