direkt. Jahresrückblick: Hinter den Kulissen des Fürther Jugendmagazins


Das Jahr geht zu Ende und wir blicken auf eine aufregende Zeit voller Höhen und Tiefen zurück. Heute erzählen wir dir, was über das Jahr verteilt hinter den Kulissen ablief, mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen hatten und wie aus einem totgesagten Magazin ein gut laufendes Online Magazin wurde. 

Wir schreiben das Jahr 2018, denn um unsere Geschichte zu verstehen, müssen wir etwas weiter zurückblicken. Das direkt. Magazin wurde im Jahr 2018 als klassisches Printmagazin gegründet. Anfang des selben Jahres brachten wir dann die erste und bis jetzt auch einzige Printausgabe heraus. Danach wurde es still um uns - sehr still. Niemand hatte mehr wirklich Interesse an dem Projekt "direkt. Magazin" weiterzuarbeiten, auch nicht unser damals einziger Chefredakteur Luca. Die Website existierte nur, damit andere über unser Projekt lesen können; die kostenlose Printausgabe war bestellbar, aber ob sie dann auch geliefert wurde, war ehrlich gesagt Glückssache. 

 

Diese Situation sollte sich aber bald ändern und auf einmal erblickte das Fürther Jugendmagazin wieder für zumindest kurze Zeit das Licht der Welt: Wir wurden zu einem Interview bei Radio Z eingeladen, das ihr euch hier anhören könnt. Einige Tage später verschwanden wir wieder. Keine Social Media Posts, keine Artikel, nichts. Wir waren quasi tot - zum zweiten mal.

Monate vergingen und es passierte nichts, bis wir es auf einmal im Februar 2019 in die Printausgabe der Nürnberger Nachrichten schafften. Ein halbseitiger Bericht über das direkt. Magazin - ein Traum ist wahr geworden. Bereits am Tag des Interviews wurde das Feuer in Lara und Luca, die mit der Redakteurin Kathrin Walther der Nürnberger Nachrichten das Interview führten, wieder entfacht: Von diesem Tag an arbeiteten sie als Doppelgespann an der Spitze des Magazins. Ihr erstes geplantes Projekt war die Wiederbelebung des direkt. Magazins auf der Website durch eine Interviewreihe zur Europawahl, die zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Monate entfernt war. Also hieß es ran die Arbeit: Anschreiben an die Parteien wurden getippt, Telefonate geführt, die Website überarbeitet und zu einen Online Auftritt umfunktioniert. Die verbliebenen Redakteure Alexander und Franziska arbeiteten mit den beiden Chefredakteuren einen Fragenkatalog aus, der anschließend an die Parteien geschickt wurde.

Um die Zeit zu überbrücken schrieben wir los. Und auf einmal war er da, der erste Artikel auf www.direkt-magazin.de: Eine Review über Captain Marvel am 18. April 2019, gefolgt von einer Kritik zu Avengers Endgame und einem Bericht über Fridays for Future, bis dann am 28. April endlich der erste Teil unserer Europawahl-Serie veröffentlicht wurde, in dem wir erklärten, wie die Wahl genau abläuft und wer eigentlich so alles aufgestellt ist. 

Um die freudige Nachricht zu verkünden, wurden ebenfalls unsere Social Media Kanäle wiederbelebt, auf denen mittlerweile wöchentlich mindestens ein Post kommt und auf denen du immer up-to-date bleiben kannst. Zudem wurden monatliche Redaktionssitzungen – anfangs noch im Stadtpark, heute in unserem Redaktionssitz, dem Mariechen - eingeführt, bei denen wir am Anfang teilweise nur zu zweit waren. 

 

Nach dem Erfolg, alle Parteien trotz der kurzen Vorlaufzeit von weniger als drei Monaten zu einem Interview zur Europawahl gebracht zu haben, widmeten wir uns voller Elan und Selbstbewusstsein weiteren Artikeln und arbeiteten fleißig an neuen Ideen und Konzepten. Sogar ein Erfahrungsbericht von Franzi zu allen drei Tagen Rock im Park kam online und wurde auch fleißig geklickt.

Wir kündigten an, jede Woche Sonntag um 18 Uhr einen neuen Artikel zu veröffentlichen, was uns aber vor ein großes Problem stellte: Alle Redakteure sind entweder Studenten oder Schüler und haben auch abseits des Magazins einiges um die Ohren. Wir suchten also nach neuen Mitstreitern. Gesagt getan: Durch Zufall und einen Instagram Aufruf fanden uns zwei neue Mitglieder kurz hintereinander: Aaron und Nellie, wovon ersterer mit unserer Chefredakteurin Lara gleich die Artikel für die nächsten fünf Wochen stemmte. Im Zuge des Pride Months veröffentlichten sie wöchentlich Artikel, die sich mit der LGBTQIA+ Community der Region beschäftigten. Dafür trafen sie sich mit unzähligen Interviewpartner, recherchierten fleißig und schrieben Tag und Nacht, um dir pünktlich die Artikel zu liefern - wie angekündigt. Alle Artikel dieser Reihe kannst du hier noch einmal nachlesen: https://www.direkt-magazin.de/artikel/serie/lgbtqia/ 

Im Laufe der nächsten Wochen widmeten wir uns den Themen Klimanotstand und Seebrücke, bis wir am 11. August unseren bisher meist gelesenen Artikel veröffentlichten: Aaron, Luca und Marlena erhielten einen exklusiven Einblick mit anschließendem Interview in das sich gerade im Umbau befindende Flair (ehemaliges City Center). Was dabei rauskam war eine imposante Fotoreportage, die offensichtlich genau den Nerv der Fürther traf. 

 

Unser Magazin war im Aufschwung, wir initiieren ein Online Unterstützermodell, auf dem du uns schon mit 3 Dollar pro Monat unterstützen kannst. Leider haben wir dieses Modell in der vergangen Zeit viel zu wenig genutzt, was sich im nächsten Jahr definitiv ändern soll. Abgesehen davon erhielten Firmen die Möglichkeit, uns durch Werbeanzeigen und Kooperationen zu unterstützen. So inserierte rund-um-fuerth.de bei uns und die Flessa Bank sponsorte ein Konto. Durch eine weitere Kooperation mit der Industrie und Handelskammer Fürth wurde eine neue Reportagenreihe ins Leben gerufen: "Komm'se rein, könn'se rausschaun" von unserem Redakteur Aaron. Durch unseren Kontakt mit der IHK erhielten wir bisher exklusive Einblicke in die Kläranlage und in den Beruf eines Brunnenbauers, die Aaron mit detaillierten Texten und eindrucksvollen Bildern, sowie Videos auf unserer Website veröffentlichte.

Auch ganz andere Themen fanden bei uns Einzug. Nellie schrieb in den Sommerferien einen Artikel über Fair Fashion, in dem sie dir nahelegte, wie auch heute noch mit gutem Gewissen eingekauft werden kann. Illustriert mit eindrucksvollen Bildern ist der Text einer der meistgelesensten unserer Website, der auch Monate nach seiner Veröffentlichung noch fleißig Aufrufe sammelt. 

 

Einige Wochen später wurde unsere kleine Redaktion wieder um ein Stück größer. Moritz fand seinen Weg zu uns und widmete sich gleich hoch komplexen Themen, wie der Frage, ob Deutschland gerade auf dem Weg zu einem Wirtschaftsabschwung ist. Mit voranschreitender Zeit wurden immer mehr Artikel veröffentlicht, manchmal mit ein bis zwei Tagen Verspätung nicht ganz pünktlich. Darunter zählen diverse Berichte z.B. über das CSYou Video, den Artikel 377 in Indien und eine behind-the-scenes Reportage über den Bayerischen Landtag, in welcher Lara eine Woche exklusiv hinter die Kulissen unserer Legislative blicken durfte. 

Wir schrieben allerdings nicht nur Reportagen und Berichte, sondern auch Kommentare über sextische Lehrer, Barbara Schönebergers Schmink Skandal und marode Schulgebäude. Außerdem etablierten wir – das aktuell auf Eis gelegte – Urteil, in dem unsere Redakteure Ereignisse des vergangen Monats kommentierten. Dass uns gleich der erste Teil zum Verhängnis werden sollte, konnte Zeitpunkt der Veröffentlichung des ersten Urteils noch niemand ahnen. Einige Wochen später bekam unser Chefredakteur Luca Post – von einem Anwalt. Der Inhalt: eine Abmahnung über mehr als 200 Euro aufgrund eines nicht rechtmäßig genutzten Bildes. Ein Schlag ins Gesicht und den Bauch zugleich. Zwar konnten wir die Abmahnung aufgrund unserer Unterstützer bezahlen, dennoch war es ein herber Rückschlag für uns. Aber frei nach dem Motto: Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker ließen wir uns davon nicht unterkriegen. Wir hatten unsere Lektion gelernt und machten uns fleißig an die nächsten - dieses mal ohne Urheberrechtsklage versehenen – Artikel und pausierten das Urteil vorerst.

 

Wir arbeiteten, teilweise unter enormen Zeitdruck, an Reviews, Berichten und auch Interviews. Letztere mit bekannten (teils sogar internationalen) Künstlern, wie dem Australier Tim Bettinson aka Vancouver Sleep Clinic und Charles Junior, der im vergangene Sommer das Lied "Gutmensch" in Kooperation mit der Stadt Nürnberg produzierte. Zuletzt wagten wir uns in neue Gebiete und fingen mit der Videoproduktion an. In unserem neuesten Projekt "Your Weekly Summary" legt euch unser Chefredakteur Luca alle politischen Ereignisse der vergangen Woche in unter drei Minuten nahe. Jeden Sonntag auf www.direkt-magazin.de/video um 16 Uhr. 

Das war unser 2019, ein Jahr mit vielen Aufs und ein paar Abs. Wir blicken auf eine aufregende Zeit zurück, in der wir viele Erfahrungen sammeln konnten. Das direkt. Magazin ist und bleibt unser absolutes Herzensprojekt, für das wir auch gerne einmal schlaflose Nächte in Kauf nehmen, um Projekte zu realisieren. Hinter "direkt." steht keine große Firma mit tausenden von Euro auf dem Konto. Keiner von uns verdient auch nur einen Cent an dem, was wir machen. Jeder Verdienst fließt sofort wieder in das Magazin. Wir haben keine gigantische Redaktion, sondern sind ein kleines aber feines Team aus jungen Menschen, die vor allem eines verbindet: die Leidenschaft am Journalismus. Und vielleicht steckt gerade deswegen so viel Liebe in jedem Artikel und in jeder Instagram Story und in jedem Post. Diese Liebe wollen wir auch im nächsten Jahr wieder mit euch teilen. Denn 2020 geht es bei uns direkt spannend weiter, euch erwartet zum Beispiel eine Aktion zur Kommunalwahl, die es so bei uns und in Fürth noch nie gegeben hat - seid gespannt!  

 

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Wir bedanken uns bei jedem einzelnen von Euch für die tatkräftige Unterstützung in den letzten Monaten. Egal ob Geldspende, Like, Kommentar oder Teilen unser Beiträge - wir sind für jede Hilfe dankbar.  

 

- Eure direkt. Redaktion

- Text und Konzeption: Luca M Schallenberger und Lara Heiße, Chefredakteure

 

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0