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Monday: Liebe, Hass und Leidenschaft


Es hätte alles so schön sein können. Als sich die Amerikaner Micky (Sebastian Stan) und Chloe (Denise Gough) auf einer Party in Athen kennenlernen, ist es Liebe auf den ersten Blick. Nach einem berauschenden Wochenende wachen sie nackt am Strand auf und werden wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses von der Polizei verhaftet. Daraufhin stürzen sich die frisch Verliebten in eine Beziehung, die leidenschaftlicher und intensiver nicht sein könnte. Was wie der Einleitung eines Schnulzenromans klingt, ist in Wahrheit die Exposition von Argyris Papadimitropoulos´ neuem Drama "Monday", das am 16. April dieses Jahres in den USA in die Kinos kam. 

Doch die scheinbar traumhafte Beziehung hält nicht lange, denn Mickey und Chloe könnten unterschiedlicher nicht sein - und bekommen das nach und nach auch deutlich zu spüren. Sie versucht als Anwältin die Welt zu verändern und wollte eigentlich schon längst wieder zurück in die USA ziehen, um einen neuen vielversprechenden Job anzutreten. Als sie den als DJ arbeitenden Mickey auf ihrer eigentlich letzten Party kennenlernt, wirft sie ihre Pläne allerdings hochkant über Board, um mit ihrem vermeintlichen "Mr. Right" ein neues Leben in Griechenland anzufangen. Ihn dagegen findet man jede Nacht betrunken oder auch gerne einmal unter Drogeneinfluss auf einer anderen Party. Sorgen um die Zukunft kennt er nicht, er lebt in den Tag hinein. Der Zenit seiner DJ-Karriere scheint dabei allerdings schon lang überschritten und so wirklich erwachsen werden möchte er eigentlich auch nicht. Man findet ihn stattdessen jede Nacht betrunken oder auch gerne einmal unter Drogeneinfluss auf einer anderen Party. Sorgen um die Zukunft kennt er nicht, er lebt in den Tag hinein. Als die beiden eine Feier organisieren, damit sich auch ihre Freunde endlich gegenseitig kennenlernen können, merken sie schnell, dass sogar ihre Bekanntenkreise nicht miteinander harmonieren. Dass diese Beziehung nicht lange gut gehen kann, überrascht niemanden. Die anfängliche Leidenschaft weicht schnell den Problemen und Konflikten des Alltags, aus Liebe wird Wut auf den anderen und Frust über verpasste Chancen und zerstörte Zukunftspläne.

"Monday" ist ein sehr ehrlicher Film. Er zeigt das, was viele andere Streifen verschweigen: Was passiert, wenn die Flitterwochen allmählich vorbei sind und der Alltag wieder Einzug in das Leben der Paare erhält. Von Minute zu Minute entgleist die Beziehung der beiden Amerikaner immer mehr, bis am Ende nur noch ein trauriger Scherbenhaufen zurückbleibt. Wer auf ein Happy End zwischen Mickey und Chloe hofft, der wartet vergeblich. Diese Art von schwerer Kost muss man mögen, denn "Monday" ist spätestens nach der ersten Hälfte kein Film mehr, der eine "Feel Good"-Stimmung verbreitet. Papadimitropoulos schafft es mit seinem Film, die Höhen und Tiefen junger Liebe auf berührende Weise darzustellen. Er zeigt mit viel Liebe zum Detail, dass die anfängliche Chemie zwischen zwei Menschen manchmal einfach nicht genug ist, um ein gemeinsames Leben aufzubauen und was für ein zerstörerisches Potenzial im Konzept der "Liebe auf den ersten Blick" stecken kann. 

Die Hauptdarsteller hätte der Regisseur für seinen Film nicht besser wählen können, denn der vor allem aus Marvel Produktionen bekannte Sebastian Stan und seine Kollegin Denise Gough harmonieren wunderbar vor der Kamera - auch wenn das bei ihren Charakteren auf der Leinwand schnell nicht mehr der Fall ist.

- Lara Heiße, Chefredakteurin