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Oscar-Countdown: Was du über die Academy Awards wissen solltest!


Noch knapp drei Wochen, dann heißt es auch in diesem Jahr wieder: "And the Oscar goes to..." In der Nacht vom 25. auf den 26. April findet zum 93. Mal die Verleihung der Academy Awards statt. Damit du für die Nacht der wichtigsten Preisverleihung der Filmindustrie perfekt vorbereitet bist, sind hier die wichtigsten Fakten über die Oscars für dich kompakt im Überblick!

Seit wann gibt es die Academy Awards und wo findet die Oscarverleihung statt?

Am 16. Mai 1929 wurden die Academy Awards zum ersten Mal vergeben. Der Preis in der Kategorie "Bester Film" ging damals an "Wings" von William A. Wellman, Emil Jannings gewann den Oscar für "Bester Hauptdarsteller" und Janet Gaynor den Oscar für "Beste Hauptdarstellerin". Die zwei Ehrenoscars gingen 1929 an Warner Bros. Pictures für den Film "The Jazz Singer", der erste Tonfilm in Spielfilmlänge, und an Charlie Chaplin für seinen Film "The Circus". Die erste Oscarverleihung fand damals noch im Hollywood Roosevelt Hotel am Hollywood Boulevard in Hollywood statt. Seit 2002 wird die Preisverleihung im Dolby Theater im Hollywood and Highland Center in Los Angeles abgehalten.

Wer entscheidet darüber, welche Filme nominiert werden und wer letztendlich mit einem Oscar ausgezeichnet wird?

Darüber entscheidet die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, kurz AMPAS, die am 4. Mai 1927 gegründet wurde. Wer in die Academy aufgenommen werden möchte, muss durch das sogenannte Board of Governors dazu eingeladen werden. Für eine Einladung kommen allerdings nur Personen in Frage, die selbst einmal für einen Oscar nominiert waren oder sich auf eine andere Art und Weise für die Filmkunst einsetzt haben und die zusätzlich dazu noch von zwei Mitgliedern der AMPAS vorgeschlagen wurden. Insgesamt sind 14 verschiedene Berufe in der Academy vertreten: Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Requisiteure, Produzenten, Dokumentarfilmer, Komponisten, Kurzfilmer, Animateure, Drehbuchautoren, Cutter sowie Personen aus den Bereichen Public Relations, Ton und visuelle Effekte. Eine offizielle Teilnehmerliste mit allen Mitgliedern der Academy gibt es allerdings nicht.

In welchen Kategorien werden Oscars vergeben?

Insgesamt werden im Rahmen der Oscarverleihung Preise in 24 regulären Kategorien vergebenen. Dazu kommen in manchen Jahren noch besondere Auszeichnungen, die nur nach Bedarf verliehen werden, und Auszeichnungen für Wissenschaft und Technik, die ebenfalls nicht regelmäßig ausgehändigt werden. Die "Big Five", die wichtigsten Kategorien einer jeden Oscarverleihung, sind "Bester Film", "Beste Regie", "Bester Hauptdarsteller", "Beste Hauptdarstellerin" und "Bestes Drehbuch". Bisher wurden insgesamt 43 Filme in allen fünf der "Big Five"- Kategorien nominiert, aber nur drei konnten sie auch alle gewinnen: "It Happened One Night" (1934) von Frank Capra, "One Flew Over the Cuckoo´s Nest" (1975) von Milos Forman und "The Silence of the Lambs" (1991) von Jonathan Demme. Der jüngste Film, der für alle "Big Five" nominiert war, ist "La La Land" von Damien Chazelle aus dem Jahr 2016, der allerdings nur zwei der fünf Kategorien letztendlich auch gewinnen konnte: "Beste Regie" und "Beste Hauptdarstellerin". Insgesamt konnte sich "La La Land" aber trotzdem über rekordverdächtige 14 Nominierungen und sechs Academy Awards freuen.

Welche Filme haben die größten Gewinnchancen, einen Preis in der Kategorie "Best Picture" zu gewinnen?

Die Academy Awards tendieren schon seit ihrer Gründung dazu, bestimmte Genres zu bevorzugen und andere zu vernachlässigen. Wenn man sich die Gewinner der Kategorie "Best Picture" der letzten 92 Jahre anschaut, zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Während vor allem Dramen mit ernsten, tiefgehenden, gesellschaftskritischen Themen und Biopics oft Trophäen entgegennehmen dürfen, schneiden Actionfilme, Abenteuerfilme, Thriller oder klassische Familienfilme und Kinderfilme proportional eher schlechter ab. Auch Produktionen aus dem Fantasy-Genre (mit Ausnahme von "The Lord of the Rings: The Return of the King" von Peter Jackson und "The Shape of Water" von Guillermo del Toro) werden von der Academy bei der Wahl der Gewinner scheinbar ignoriert. So wurde zum Beispiel "Avatar" von James Cameron, der erfolgreichste Film der Welt, zwar für einen Award in der Kategorie "Bester Film" im Jahr 2010 bei den Oscars nominiert, ging aber leer aus. Auch Filmen aus dem Superhero-Genre ergeht es nicht besser: "Avengers: Endgame", der weltweit über 2,7 Milliarden US-Dollar einspielen konnte und somit der zweiterfolgreichste Film aller Zeiten ist, bekam bei den Oscars 2020 nicht mal eine Nominierung als "Best Picture". Zumindest mit "Black Panther" von Regisseur Ryan Coogler konnte sich Marvel 2019 eine Nominierung in der Kategorie "Bester Film" sichern. Auch Filme in nicht-englischer Sprache hatten lange Zeit keine Chance, in der Königskategorie der Oscars nominiert zu werden, geschweige denn zu gewinnen. Das änderte sich allerdings im letzten Jahr mit dem Sieg des südkoreanischen Films "Parasite" von Regisseur Bong Joon-ho.

Welche Filme und welche Personen haben in der Geschichte der Academy Awards bisher die meisten Oscars gewonnen?

Den ersten Platz dieser Rangliste mit 11 gewonnen Oscars teilen sich gleich drei Filme: "Ben Hur" (1959) von Regisseur William Wyler, "Titanic" (1997) von James Cameron und "Lord of the Rings: The Return of the King" (2003) von Peter Jackson. Letzterem muss man aber noch eines anrechnen: "Lord of the Rings: The Return of the King" gewann in allen Kategorien, in denen er nominiert war. Auf Platz 2 mit insgesamt 10 gewonnenen Oscars steht "West Side Story" aus dem Jahr 1962 von Robert Wise und Jerome Robbins. Platz 3 mit 9 gewonnen Oscars teilen sich die Filme "The English Patient" (1996) von Anthony Minghella, "The Last Emperor" (1987) von Bernado Bertolucci und "Gigi" (1958) von Vincente Minnelli. Die meisten Oscars an eine Person jemals gingen an Walt Disney, der sich insgesamt über 22 Academy Awards freuen durfte. Edith Head ist mit 8 Oscars die Frau mit den meisten Academy Awards. Kathrine Hepburn gewann insgesamt vier Oscars in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin" und ist damit die Person mit den meisten Oscars im Bereich Schauspiel. John Ford steht mit seinen vier Oscars als bester Regisseur an der Spitze des Bereichs Regie. Je drei Oscars und damit die meisten Oscars im Bereich "Drehbuch" gewannen Woody Allen, Charles Brackett, Paddy Chayefsky, Francis Ford Coppola und Billy Wilder.

Hat eine Produktion aus Deutschland jemals bei den Oscars gewonnen?

Seit den 1950er-Jahren werden bei der Oscarverleihung auch nicht-englischsprachige Filme ausgezeichnet. 1956 wurde dafür offiziell die Kategorie "Best Foraign Language Film" eingeführt, die 2020 in "Best International Feature Film" umbenannt wurde. Bisher gingen drei Academy Awards in dieser Kategorie an Deutschland: 1979 an "Die Blechtrommel" von Volker Schlöndorf (der Oscar ging damals an Westdeutschland), 2002 an "Nirgendwo in Afrika" von Caroline Link und 2006 an "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck. Die jüngste Nominierung bekam die BRD bei den Oscars 2020 für den Film "Werk ohne Autor", ebenfalls von Florian Henckel von Donnersmarck. Bei den Oscars 2021 ist Deutschland allerdings nicht vertreten.

 

- Lara Heiße, Chefredakteurin

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