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Eurovision Song Contest - The Story Of Fire Saga


"Eurovision Song Contest - The Story Of Fire Saga" ist eine am 26. Juni 2020 auf Netflix erschienene Musical-Komödie des Regisseurs David Dobkin nach der Idee von Will Ferrell. Die erste Promotion für den Film wurde am 16. Mai 2020 veröffentlicht, dem Tag, an dem der eigentliche Eurovision Song Contest 2020 hätte stattfinden sollen. Dabei wurde das Musikvideo zu "Volcano Man" unter anderem in der Werbepause des Free European Song Contest ausgestrahlt. Eigentlich war für den Film eine Veröffentlichung im Mai 2020 während des echten Eurovision Song Contest geplant. Da dieser jedoch aufgrund von COVID-19 in diesem Jahr abgesagt werden musste, wurde die Premiere auf Netflix um einen Monat nach hinten verschoben.

Der 123 Minuten lange Film erzählt die Geschichte des isländischen Musikduos "Fire Saga", bürgerlich Lars Ericksson (Will Ferrell) und Sigrid Ericksdottir (Rachel McAdams), deren großer Traum es ist, Island eines Tages beim Eurovision Song Contest zu vertreten. Vor allem Lars ist komplett besessen von der Idee, den Sieg beim ESC zu holen, seit dem er als Kind den Auftritt der schwedischen Band ABBA im Jahr 1974 und deren Sieg mit "Waterloo" im Fernsehen verfolgt hat. Lars Vater Erick Ericksson (Pierce Brosnan) ist eher weniger von dieser Idee angetan und versucht vergeblich, seinen Sohn davon zu überzeugen, endlich einem richtigen Job nachzugehen - vergeblich. Wie es das Schicksal so will, schaffen es Lars und Sigrid mit ihrem Song "Double Trouble", den Vorentscheid entgegen aller Erwartungen für sich zu gewinnen und reisen statt der isländischen Favoritin Katiana Lindsdóttir (Demi Lovato) zum ESC nach Edinburgh, Schottland. Dort treffen die beiden Musiker bald ihre exzentrische Konkurrenz, wie zum Beispiel den Russen Alexander Lemtov (Dan Stevens), der sich mit seinem Song "Lion of Love" bereits vor den Semifinals als klaren Gewinner des Wettbewerbs sieht. Alexander nimmt die beiden Landpomeranzen Lars und Sigrid, die aus dem kleinen Fischerdorf Húsavík an der Nordküste Islands stammen, mit in die schillernde Welt des Eurovision Song Contests und die beiden lernen schnell, worauf es wirklich ankommt, wenn man die Herzen der Zuschauer für sich erobern möchte.

"Eurovision: The Story Of Fire Saga" ist ein Film, der unglaublich viel Spaß macht - vor allem für echte ESC Fans. Man merkt in jeder Sekunde des Films, dass die Macher den Musikwettbewerb verstanden haben, denn der Streifen macht sich bei Weitem nicht über den europäischen Musikwettbewerb lustig. Vielmehr drückt der Film eine echte Liebe zu Eurovision aus und schafft es, in seinen etwas über zwei Stunden, diesen weltweit so einmaligen, bunten und kuriosen Wettbewerb zusammenzufassen. Der ESC wird so authentisch wie nur möglich dargestellt, von den Songs über die Choreografien auf der Bühne bis hin zum Bühnenbild selbst. ESC Fans dürfen während des Films also mit echten Eurovision Gefühlen rechnen, denn die Auftritte der Künstler im Film sind perfekte Nachstellungen des echten TV-Spektakels. Auch die Musik aus den Federn des preisgekrönten isländischen Filmkomponisten Atli Örvarsson und zahlreichen anderen talentierten Produzenten und Songwritern erweckt eindeutig ESC-Feelings, denn die Songs hätten beim echten Wettbewerb mit Sicherheit alle realistische Chancen auf den Sieg. Die Liebe zum Detail spiegelt sich auch in den Cameos während des Films wider. Wer gut aufpasst, wird insgesamt über 10 echte ehemalige ESC-Teilnehmer erkennen können, darunter sogar 6 Gewinner aus den vergangenen Jahren. Sogar der Sprecher, der den Song Contest im Film kommentiert, ist mit Graham Norton ein alter Bekannter. Norton ist auch im echten Leben Kommentator der BBC während des Song Contests.

Der Plot des Films selbst, ist sehr vorhersehbar. Schon von Anfang an weiß der Zuschauer mehr oder weniger, wohin der Hase läuft. Allerdings wird der Streifen trotzdem nicht langweilig und die über zwei Stunden vergehen wie im Flug. Der Humor ist, wenn auch zugegebener Maßen stellenweise etwas flach, abwechslungsreich, die Charaktere liebenswert und die Aufnahmen aus Island und Schottland laden einen zum Träumen nach Urlaub ein. Wer in diesem Jahr also enttäuscht darüber war, keinen echten ESC im Fernsehen verfolgen zu können, der sollte sich "Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga" auf keinen Fall entgehen lassen.

- Lara Heiße, Chefredakteurin

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