· 

Schnitzelmonologe - oder DaDa klebt und lebt


So heißt das Buch von Rainer Kristuf, der sich selbst auch "Meister Jeder" oder „Donaldoni“ nennt und in die Fürther Kunstszene gehört. Er ist 58 Jahre jung und gebürtiger Amberger (Oberpfalz). Auch ist er Gründungsmitglied der Fürther Fraktion von "die Partei". Aktuell arbeitet er als Asylsozialarbeiter. Er selbst bezeichnet sich als Dadaist.

Dadaismus ist eine 1916 ins Leben gerufene Kunstrichtung, die als Revolte und Ablehnung der "konventionellen" Kunst dienen soll. Sie stellt Elemente der klassischen Kunst überzeichnet dar und parodiert sie somit. Sie löst sich komplett von althergebrachten Mustern und bereitet den Übergang in die Epoche der modernen Kunst.

 

Ich habe ein Rezensionsexemplar über das "direkt. Magazin" bekommen und konnte mir somit einen Eindruck verschaffen.

Nach eigenen Angaben entstand die Idee des Projektes, ein DaDaistisches Buch zu verfassen, nachdem Rainer Kristuf mit großem Zuspruch für „Radio Fürth“ in seinem Podcast „Meister Jeder liest“ einige Werke eingesprochen hatte. Das Buch ist ein Sammelsurium an DaDaistischen Werken des Autors und ist illustriert mit eigenen Kunstwerken. Meist sind Fratzen, die an afrikanische Masken erinnern, abgebildet. Manche der Texte sind Fließtexte zu bestimmten Themen, andere sind collagenartige Gebilde und wieder andere bestehen nur aus einem Wort, dessen Schreibweise den Sinn verändert. Auf diese Art spielt der Autor mit unserer schönen Sprache.

Das Werk ist 105 Seiten lang und kostet im Einzelhandel als Taschenbuch 11,99 €, als e-Book (epub) 2,49€.

Das gesamte Buch ist sehr abwechslungsreich gestaltet und ganz entgegen meiner Erwartungen habe ich Gefallen an einigen der Texte gefunden. Mit den Fratzen, von denen auch eine das Cover ziert, kann ich persönlich eher wenig anfangen. Besonders gefallen hat mir die Einverständniserklärung und Gebrauchsanweisung des Autoren, die dem eigentlichen Inhalt vorangestellt ist. Hier erlaubt der Autor, dass man in seinem Buch Anmerkungen, Notizen und co. festhalten darf, des Weiteren rät er davon ab, das Buch bei Nässe in die Mikrowelle zu legen. Das finde ich einfallsreich, witzig und habe ich vorher noch nie in einem Buch gesehen. Im allgemeinen ist das Buch augenzwinkernd gestaltet, was mir sehr zusagt. Ob ich es mir für 11,99€ aber gekauft hätte, bezweifle ich dennoch, da ich selbst kein Freund des Dadaismus bin, ich kann weder mit moderner Kunst noch modernen Gedichten etwas anfangen. Klassiker wie Goethe oder Eichendorff gefallen mir besser. Aber das ist Geschmacksache!

- Franzi, Redakteurin

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Rainer Kristuf (Mittwoch, 29 Juli 2020 18:26)

    Ich freue mich über die weltweit erste Kritik, die mir den Atem raubt und den Pinsel eintrocknen lässt (Nie wieder Fratzen!). Eigentlich wollte ich meine Buchkritiker mit ähnlichen Repliken wie damals Kurt Schwitters überziehen. Bei dieser fällt es mir schwer und ich werde wohl noch auf den ersten (anständigen) Verriss warten müssen. Welche Texte der hochgeschätzten Franzi nun gefallen haben entzieht sich meiner Kenntnis, nicht aber meiner Neugierde.
    Mit besten Grüßen von Fürth nach Fürth
    Meister Jeder
    P.S. meine Lieblingstexte: Fürth, An einen Zitronenbaum und Alan Kurdi, .... ist aber wie Franzi schon geschrieben hat, Geschmackssache.