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Pixels - das etwas andere Café


Disclaimer zu Beginn: "Pixels - virtuelle Welten erleben" steht auf der Visitenkarte. Dieser Spruch lockt Lara und Aaron im März 2020 ins damals kürzlich eröffnete "Pixels" direkt am Fürther Hauptbahnhof. Leider konnten wir die Vorstellung des ersten VR-Cafes der Metropolregion nicht mehr im März bringen, denn wie nun wirklich jeder weiß kam uns allen da was dazwischen. Doch jetzt hat sich die Situation etwas gelockert, es ist Sommer in der Stadt und wir haben einen neuen Freizeit-Tipp für euch, der sich wirklich lohnt. Da inzwischen fleißig weitergebaut wurde am Interieur, sind die meisten Bilder vom März (das heißt ohne Mundschutz und Abstandsmarkierungen) und ein paar neue vom Juli (die die inzwischen neu gestalteten Bereiche des "Pixels" zeigen). Nur damit sich niemensch darüber wundert...doch jetzt legen wir los! Aaron führt euch durch die Location, Lara beschreibt ihre Eindrücke vom Spielen. Viel Spaß!

Willkommen zur Reportage über das "Pixels" VR-Cafe! Von uns, für euch, mit Liebe (diesmal in 8Bit ;D)! Legen wir gleich los und begeben uns gedanklich an den Fürther Hauptbahnhof, wo beim Ausgang in Richtung Fürther Freiheit gleich links das "Pixels" seine Pforten geöffnet hat.

Das "Pixels" Fürth ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Nach dem Eintreten befindet mensch sich im vorderen Bereich, dem Café-Areal. Hier gibt es bequeme Sitzgelegenheiten in einem hübsch und stilvoll eingerichteten Raum mit Klavier, Eisdiele im Sommer und einer Kaffee-Bar ganzjährig, an der es auch allerlei Leckereien zu bestellen gibt. Zum Beispiel täglich selbstgemachten Kuchen von einem lokalen Caterer sowie Kaffee von der Rösttrommel. Bei geeignetem Wetter wird auch der Außenbereich geöffnet, welcher sich vor dem "Pixels" erstreckt.

Geht mensch nun links der Bar die kleine Treppe hinauf, eröffnet sich sogleich der zweite und größere Bereich des VR-Cafés: Die Spielfläche. Korrekterweise sind es mehrere Spielflächen, Sitzgelegenheiten und eine weitere Bar, diesmal für Cocktails. Doch beginnen wir mit dem wichtigsten: den Spielflächen! Sieben Spielflächen à 9m² mit 1,5m Abstand zueinander befinden sich im linken Teil des L-förmigen Raumes. Nach der Treppe rechts befinden sich die Toiletten, erste Sitzgelegenheiten und die Auflade-Terminals für die Controller. Jede einzelne Spielfläche besteht aus einem auf dem Boden markierten Quadrat, welches sowohl analog als auch digital den Spielbereich kennzeichnet (habt ihr das VR-Headset auf, wird im Spiel die Begrenzung ebenfalls als blaue Gitterwand angezeigt). So müsst ihr euch keine Sorgen machen, aus Versehen andere Menschen oder Gegenstände beim Spielen zu treffen. In der Mitte hängt an einem langen Kabel das VR-Headset von der Decke, darauf wartend, einen weiteren Ausflug in die virtuellen Welten zu starten. Schließlich ist links an der Wand noch eine Beamer-Fläche, sodass auch Außenstehende das Geschehen verfolgen und der spielenden Person zuschauen können. Weiter Richtung Raummitte befinden sich zwei "Rennwägen". Dabei handelt es sich um dem Inneren eines Autos nachempfundene Sitzgarnituren mit Lenkrad, Pedalen und VR-Headset. Hier könnt ihr, sofern gewünscht auch gegeneinander, virtuelle Autorennen erleben. In der hinteren Ecke des L-förmigen Spielbereichs des "Pixels" befindet sich die bereits erwähnte Cocktail-Bar, welche auch für private Events samt Personal gemietet werden kann, inklusive fetziger Beleuchtung und Musikanlage. Das würde sich dann zum Beispiel für Junggesell*innen-Abschiede, Firmenfeiern, Geburtstage und ähnliches anbieten. Das "Pixels" ist nämlich auch eine erstklassige Event-Location!

Beim "Pixels" handelt es sich nicht um ein Franchise, sondern um eine Idee von drei "locals", wie es neuerdings so schön heißt. Als sich für einen Standort in der Metropolregion entschieden wurde, kam Fürth als aufstrebende Stadt diesem ebenso aufstrebendem Geschäftszweig gut gelegen, und so kam es, dass wir in unserer schönen Kleeblattstadt ein VR-Café bekommen haben, worauf so manch andere Stadt sicherlich recht neidisch sein könnte...;D Doch nicht nur erlebnishungrige Gruppen kommen hierher, auch Schulklassen nutzen das Angebot - und das nicht für den Wandertag, sondern aus Bildungszwecken, denn: mit VR lassen sich viele Themen besonders anschaulich und eindrücklich darstellen, z.B. virtuelle Museumsbesuche (die Ansicht des antiken Forum Romanum ist schon eine geile Sache). Seitens der Stadt war die breite Mehrheit der Entscheidungsträger überzeugt vom Konzept des "Pixels". Für die Zukunft liegt der Fokus auf die bessere Einbindung von neuen Technologien und dem Bildungscharakter.

Schon gut, jetzt geht's endlich um die Spiele! 29 verschiedene davon könnt ihr aktuell zocken, weitere kommen selbstverständlich mit der Zeit dazu. Für's erwachsene Publikum ist das z.B. Half-Life Alyx. Unter den anderen 28 Spielen sind aber für alle Altersklassen interessante, lustige und auch teils herausfordernde Spiele und Programme mit dabei (diejenigen, die schon einmal "Beat Saber" gespielt haben, wissen, was gemeint ist...). Wir beide konnten eine Reihe von Spielen ausprobieren, angefangen bei "Richie's Plank Experience", was uns gleich einmal an den Rand des Abgrunds (in mehrerlei Hinsicht) brachte, über die drei actiongeladenen Spiele "Elven Assassin", "Beat Saber" und "Skyfront" bis hin zum eher gemütlichen "SmashBox Arena" (einer Art VR-Völkerball mit Items und Teleport) und dem künstlerischen "Tilt Brush", wo mensch dreidimensionale Kunstwerke erschaffen kann. Die Auswahl ist wirklich enorm und die Erlebnisse sind teils atemberaubend, aber immer mindestens überwältigend!

Genug vom Drumherum, jetzt erzählt euch Lara, wie sie den Aufenthalt im "Pixels" erlebt hat:

"Das Austesten der VR-Brille bei "Pixels" war bei weitem eines der lustigsten Erlebnisse, die ich seit langem hatte. Im Gebiet der virtuellen Realität hatte ich vorher noch absolut keine Erfahrungen, ich wusste nicht einmal ansatzweise, was mich dort erwarten würde. Zu Anfang war ich erst einmal innerlich sehr überrascht, wie offen, lichtdurchflutet und groß die Spielfläche des Ladens ist – so ganz anders, als die Klischee „Gamerhöhle“, die ich mir vorgestellt hatte. Das "Pixels" lädt definitiv zu einem geselligen Zusammensein mit Freunden ein und vermittelt eine absolute „Wohlfühlatmosphäre“.

Das Spielen selbst hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Eigentlich hatte ich erwartet, mich nicht wirklich auf die virtuelle Realität einlassen zu können. Irgendwie hatte ich vorher die ganze Zeit das Gefühl, ich könnte niemals wirklich „Teil“ des Spiels werden und wäre schon nach wenigen Minuten so „seekrank“, dass das restliche Interview in der Toilette stattfinden müsste. Aber falsch gedacht! Der Teil meines Gehirns, der mir eigentlich hätte sagen sollen „Hey, das ist nur ein Spiel, du stehst mit beiden Beinen fest auf dem Boden“, war spätestens nach dem ersten virtuellen Laufen über eine Holzplanke auf dem Dach eines Hochhauses deaktiviert und ich war zu 100% im Geschehen – für die Menschen um mich herum sicherlich zum Schreien komisch, wenn plötzlich mein ganzer Körper zusammenzuckt, weil ich dachte, ich würde in einen Baukran fallen. Auch die Spiele, die Aaron und ich zusammen spielen durften, haben einen Heidenspaß gemacht - noch nie habe ich mich so sehr wie Legolas gefühlt, wie in dem Moment, als ich mit Pfeil und Bogen eine Stadt vor einer Armee Orks beschützen musste.

Ohne ein paar blaue Flecken bin ich allerdings nicht aus diesem Spiel gekommen, denn wenn man von einem riesigen Troll mit einer virtuellen Axt beworfen wird, ist es natürlich die einzig logische Reaktion sich wie ein Hollywood-Stuntman aus dem Stand auf den Boden zu werfen, um den Kopf nicht zu verlieren – wie gesagt, ein Teil meines Gehirns war wohl offline. Am Ende des Tages habe ich mich ein wenig so gefühlt, als hätten wir einen Klettergarten getestet oder wären in den Alpen Wandern gewesen – auf gut Deutsch: ich war fertig. Oder besser gesagt ausgelastet und glücklich, wenn ich mich daran erinnere, wie viel wir während den Spielen gelacht haben. Und auch das hat mein Klischee der „Gamerhöhle“ zunichte gemacht. Obwohl jeder seine eigene Brille anhatte und wir auch Anfangs einige Spiele jeweils für uns selbst gespielt haben, hatte ich nicht das Gefühl, einfach nur für mich zu spielen. Peter, der anwesende Store-Manager, hat uns immer wieder Hilfestellungen gegeben, wenn wir sie gebraucht haben, hat Fotos von uns geschossen und war während des gesamten Aufenthalts für uns da. Das "Pixels" ist definitiv eine Empfehlung für mich an alle, die einen lustigen Nachmittag mit ihren Freunden oder ihrer Familie verbringen möchten und dabei Lust haben, etwas zu machen, was nicht unbedingt die klassischste Ausflugsidee ist. Sowohl Körper und Geist kommen bei den Spielen auf ihre Kosten und wer mag, kann sich nach getaner Arbeit noch einen Kaffee und ein Stück Kuchen im hauseigenen Café gönnen – besser geht es kaum."

Kurz zur Technik: Ihr spielt mit der Pro-Version der HTC Vive, welche über ein an einer Federbasis befestigtes Kabel mit einem an der Decke montierten PC verbunden ist. Außerdem befindet sich daneben noch ein Beamer, der das rechte Auge des VR-Headsets an die Wand projiziert, damit alle zuschauen können. Das Konzept ist ausgereift, die Headsets können auch mit Brille (die auf eurer Nase) benutzt werden und mit den am Headset befestigten Kopfhörern hört ihr auch, was ihr da tut. Der analog und digital abgesteckte Spielbereich und das nach oben zeigende Kabel ermöglichen euch somit maximale Bewegungsfreiheit. Die Controller in beiden Händen sind durch Schlaufen an den Handgelenken befestigt, damit auch nichts wegfliegen kann :)

Über die generelle und außerdem derzeitig besonders wichtige Corona-Hygiene müsst ihr euch keine Sorgen machen. Die Headsets und Controller werden nach jeder Sitzung desinfiziert und gereinigt, die Spielflächen untereinander sind mit ausreichend Abstand versehen und die Belüftung erfolgt durch die Vielzahl an Fenstern. Am Eingang besteht eine Desinfektionsmöglichkeit und außerhalb der Spielflächen wird Mund-Nase-Bedeckung getragen. Also auch in der aktuellen Situation steht dem virtuellen VR-Spielspaß nichts im Wege!

Unsere Quest ist nun zu Ende, wir haben euch das "Pixels" umfänglich vorgestellt. Jetzt seid ihr an der Reihe! Strömet in Scharen zu diesem wundervollen Orte und erlebet die Wunder der virtuellen Realität, auf dass es euch den Atem verschlage und eure Augen verzücke...wir können eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen!

Und damit, bis zum nächsten mal!

 

Eure Pixel-Surfer

- Lara Heiße, Chefredakteurin
- Aaron, Redakteur (Text u. Fotos)

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