· 

So soll die Stadt Fürth die Verkehrswende gestalten


Am Mittwoch, dem 1. Juli, kam der Fürther Nachhaltigkeitsbeirat um 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses zusammen, um über nachhaltige Verkehrsentwicklung in Fürth zu diskutieren.

Er besteht neben einigen Vertreterinnen und Vertretern der Fraktionen des Fürther Stadtrats vor allem aus Mitgliedern der Zivilgesellschaft. Da es sich um einen Beirat, ähnlich des Seniorenbeirats, handelt, ist es ihm nicht möglich, selbst Beschlüsse zu fassen. Letztendlich werden die erarbeiteten Vorschläge dem Stadtrat vorgelegt, welcher sie dann in die Beschlüsse einfließen lassen kann. Den Vorsitz hält der neu gewählte dritte Bürgermeister Dietmar Helm (CSU) inne, der schließlich auch für die Kommunikation mit dem Stadtrat verantwortlich ist.

Nach einem Impulsreferat von Prof. Dr. Harald Kipke, der in der Quintessenz fordert, dass das Auto zunehmend aus der Stadt verdrängt werden soll, damit mehr Platz für Fußgänger und öffentliche Verkehrsmittel bleibt, äußern sich der Verkehrsplaner im Stadtplanungsamt Dominik Schwarz und der Verantwortliche für den Verkehrsbetrieb der infra Klaus Dieregsweiler zum Status quo Fürths. Betont wird besonders, dass im Zuge von Corona die Fahrgastzahlen um 75 - 80 Prozent einbrachen. Trotz des sich normalisierenden Berufslebens kehren die Fahrgäste nicht zurück, erläutert Dieregsweiler. Somit liegt die Auslastung des ÖPNV während des Berufsverkehrs gerade einmal zwischen 8 und 14 Prozent. Des weiteren wird seitens der infra bereits an Bike-Sharing-Systemen und barrierefreien Haltestellen gearbeitet, auch die Umstellung von Diesel auf erneuerbare Energien steht schon auf der Tagesordnung. In welcher Form genau, das bleibt noch offen.

 

Andreas Sauter stellt den Antrag "Verkehrswende in Fürth umsetzen". Einem von interessanten Fakten untermauerten Vortrag folgen schließlich die sieben Forderungen des Nachhaltigkeitsbeirats:

Quelle: Andreas Sauter
Quelle: Andreas Sauter

Frau Göttlein merkt an, dass die Verkehrsbelastung eine starke, negative Auswirkung auf die allgemeine Gesundheit hat. Aus diesem Grund soll das Thema Gesundheit maßgeblich in die Stadt- und Verkehrsplanung einbezogen werden. Vor allem sollen Lärm- und Luftbelastung vermindert werden. Als mögliche Folgen einer zu hohen Konzentration eben dessen merkt sie

"Schwangerschaftsvergiftungen, reduziertes Geburtsgewicht, Giftansammlung in der Plazenta, Atemwegserkrankungen von Neugeborenen und Kindern, Arteriosklerose, Mangeldurchblutung, Demenz, Durchblutungsstörungen, Fettleibigkeit, Diabetes" an.

(Quelle: Protokoll der 1. Sitzung des Nachhaltigkeitsbeirats vom 1.7.2020)

 

Nach einer Debatte um die Umsetzbarkeit unter anderem mit den Vertretern der Stadt- und Verkehrsplanung werden die sieben Punkte von Herrn Sauter und der Antrag von Frau Göttlein ohne Gegenstimmen verabschiedet. Nun liegt es an dem Stadtrat, inwiefern die Punkte in die Politik einfließen. Zu den Vorwürfen der nicht gegebenen Umsetzbarkeit fasste ein Mitglied die Aufgabe des Beirats wie folgt zusammen: Sie müssen ein "pain in the ass" sein, damit sich in puncto Nachhaltigkeit was tut.

- Luca M Schallenberger, Chefredakteur

Kommentar schreiben

Kommentare: 0