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Sexismus und politische Einflussnahme - Alltag an einem Fürther Gymnasium


Eine Vormittagsstunde an einem Fürther Gymnasium. Bio Unterricht steht auf dem Plan, um genauer zu sein das Thema Evolution. Während die meisten Schüler schon auf ihren Plätzen sitzen und sich unterhalten, kommen noch einige Nachzügler in den Kurs. Der Lehrer beginnt mit dem Unterricht. So weit, so harmlos.

 

"durch Belästigung negativ aufgefallen"

 

30 Minuten später, die sich eher wie 50 anfühlten, geht es los. Der Lehrer Ruprecht, den wir hier nicht mit richtigem Namen nennen, beginnt seine Weltanschauung kundzutun. Praktischerweise hat er zu jedem Thema eine mehr oder weniger fundierte Meinung und glücklicherweise auch noch den ultimativen Plan, die Welt zu retten. Um diese kurz zusammenzufassen: Die Politiker sind alle scheiße, investieren in die falschen Technologien und haben sowieso keine Ahnung. Wer die Lösung hat? Richtig: Der Lehrer.

 

"Es ist kein Denkanstoß, es ist politische Einflussnahme"

 

Ruprecht, der in der Vergangenheit schon öfter, unter anderem durch Belästigung, negativ auffiel und keine großen Konsequenzen daraus zog, fängt an, einen zehnminütigen Talk über Klimapolitik zu halten. Prinzipiell habe ich nichts gegen politische Meinungsäußerung der Lehrer, ganz im Gegenteil, ich finde es spannend, was sie zu gewissen Themen denken, insofern – und das ist der wichtige Punkt – man mitdiskutieren darf. Ein Diskurs kann nicht stattfinden, wenn der Lehrer seine Meinung wie einen Vortrag hält. Das hat auch nichts mit der politischen Einstellung zutun. Ich habe des öfteren mit Lehrern ausgiebig diskutiert, die einer ganz anderen Meinung waren, das war ja genau das Spannende. Das Problem an unserem Exemplarbeispiel ist, dass Meldungen und andere Meinungen ignoriert werden. Es ist weniger eine Diskussion als ein YouTube Video, bei dem Bewertungen und Kommentare deaktiviert sind. Wobei man bei einem Video noch die Möglichkeit hätte, es einfach auszumachen, gibt es im Unterricht keinen Ausweg. Es ist kein Denkanstoß, es ist politische Einflussnahme.

 

Greta Thunberg, die „mit dem Gesicht“ und „hässlich“

 

Am Ende seiner Rede stellt er noch einmal die rhetorische Frage, ob wir ihm zustimmen. Lustige Frage, da die eigene Meinung eh nicht kundgetan werden darf. Und um das einmal in schriftlicher Form festzuhalten: Nein, ich stimme Ihnen nicht zu. Ich finde nicht, dass Greta Thunberg die „mit dem Gesicht“ und „hässlich“ ist, geschweige denn, dass man sowas sagen sollte. Ich finde auch nicht, dass wir alle verdummen oder, dass wir sowieso nur Schule schwänzen wollen, ohne Lösungen anzubieten. Ich finde auch sexistische Kommentare im Unterricht nicht lustig und den Rest Ihrer Witze sowieso nicht.

 

Hast auch du schlechte Erfahrungen mit Lehrern oder der Schule gemacht? Schreib uns per Mail redaktion@direkt-magazin.de oder auf unseren Social Media Kanälen. 

 

- Luca M Schallenberger, Chefredakteur

 

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