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Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis (+Bilder)


Am 22.September 2019 wurde zum dreizehnten Mal der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis im Opernhaus verliehen. Die erste Verleihung fand am 17. September 1995 statt, genau 60 Jahre nach der Verabschiedung der nationalsozialistischen Rassengesetze während der Zeit des Nationalsozialismus.

Im Sommer 1993 trat der damalige Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Peter Schönlein mit einer Initiative an die Öffentlichkeit, einen Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis zu stiften, um ein Zeichen für Frieden, Versöhnung und Achtung der Menschenrechte zu setzen, für die er große Zustimmung erntete. Inspiriert hatte ihn die Straße der Menschenrechte, die sich zu dieser Zeit gerade im Bau befand.  Der Preis ist einerseits eine Anerkennung für die Leistung der Ausgezeichneten, er soll aber auch dazu beitragen, Verteidiger der Menschenrechte zu schützen und andere zu ermutigen, sich ebenfalls zu engagieren.

Die Stadt Nürnberg zeichnet seitdem alle zwei Jahre Einzelpersonen oder Gruppen mit dem Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis aus, die sich vorbildlich und teilweise unter hohem persönlichem Risiko weltweit für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Wer den Preis letztendlich mit nach Hause nehmen darf, wird von einer elfköpfigen Jury ein Jahr vor der Verleihung entschieden. Zwei der elf Jurymitglieder, Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und die Schauspielerin Iris Berben, stammen aus Deutschland, die anderen aus Luxemburg, Türkei, Australien, Benin, Pakistan, Israel, Kenia, Costa Rica und dem Iran.

 



In diesem Jahr ging der Preis an Rodrigo Mundaca. Der 58 Jahre alte Agraringenieur aus Chile kämpft zusammen mit seiner Bewegung „MODATIMA: Movimiento de Defensa por el acceso al Agua, la Tierra y la protección del Medio Ambiente“ in seiner Heimat um das fundamentale Menschenrecht auf Wasser. In Chile sind alle Quellen des Landes privatisiert, seit 1998 sogar die Verteilung des Wassers. Damit ist das Wasser im Wesentlichen heute in der Hand von Großunternehmen der Agrarindustrie, dem Bergbau und der Wald- und Elektrizitätswirtschaft. Die Folgen für die dortige Bevölkerung sind katastrophal, so haben beispielsweise etwa drei Millionen Chilenen in den ländlichen Regionen des Landes keinen Zugang zu Leitungswasser mehr. „Wir müssen vereint für freies Wasser und Boden kämpfen“, forderte Mundaca in seiner Dankesrede. 

Bei der Preisverleihung im Opernhaus war neben zahlreichen weiteren Politikern auch Deutschlands ehemaliger Bundespräsident Joachim Gauck anwesend, der während seines Grußwortes vor allem an die Würde des Menschen appellierte. Die Laudatio kam in diesem Jahr von Anne Brasseur, dem luxemburgischen Jurymitglied, moderiert wurde die Preisverleihung von der deutschen Fernsehjournalistin und Moderatorin Katty Salié. Auch die musikalische Unterhaltung kam nicht zu kurz, gespielt wurden von der Staatsphilharmonie Nürnberg unter der Leitung von Joana Mallwitz Stücke der namenhaften Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, Arturo Márquez und Johann Pachelbel. 

Doch der Tag war nach der Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises noch lange nicht zu Ende! Im Anschluss begaben sich neben den Gästen der Verleihung und den anwesenden Jurymitgliedern auch der Preisträger zur Nürnberger Friedenstafel, die sich durch die Straße der Menschenrechte über den Kornmarkt bis zum Hallplatz erstreckte. Dort kamen zahlreiche Nürnbergerinnen und Nürnberger zusammen, um ganz im Zeichen der Menschenrechte und der Toleranz zusammen in lockerer Atmosphäre zu essen, zu trinken und sich auszutauschen. 

Um 16 Uhr fand anschließend noch ein Gespräch mit Rodrigo Mundaca zusammen mit der UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung Prof. Dr. Hilal Elver, ebenfalls Jurymitglied, und Marie von Schlieben vom Weltfriedensdienst e.V. unter dem Titel „Sie lassen uns vertrocknen!“ im Caritas – Pirckheimer – Haus  statt, eine Diskussion über Wasserraub und seine Folgen. 

 

Text und Bilder: Lara Heiße, Chefredakteurin

 

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