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[EUROPAWAHL] Sylvia Limmer (AfD) im Interview


Herzlich Willkommen zu unserem letzten Teil der Interviewreihe mit "Sylvia Limmer wurde am 8. Februar 1966 in Bayreuth geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach dem Abschluss eines Promotionsstudiums war sie in einem Biotech-Start-Up tätig, das auf die Entwicklung von Verfahren und Medikamenten (RNAi-Therapeutika) zur gezielten Hemmung bestimmter Gene spezialisiert war. Im Unternehmen war sie u.a. zuständig für den Aufbau und die Leitung der Abteilung Zellbiologie und mitverantwortlich für Kooperationen mit Industrie und Universitäten. Aus dieser Zeit resultieren Beteiligungen an internationalen Patenten.

Nach einer mehrjährigen Kindererziehungspause hat sich Sylvia Limmer mit einem eigenen Unternehmen selbständig gemacht und im Alter von 40 Jahren mit den Studium der Veterinärmedizin begonnen, das sie erfolgreich mit Staatsexamen und Approbation abgeschlossen hat.

Sylvia Limmer ist Mitglied der AfD seit 2016, stellvertretender Vorstand des AfD-Kreisverbandes Bayreuth, Schriftführer im LFA 7, Landschaftspolitik, Natur- und Umweltschutz, Verbraucherschutz und Tierschutz‘ sowie Mitglied im BFA 7." [Quelle: https://www.afd.de/europawahl-kandidaten/#limmer]

 

Wie sieht ein perfektes Europa für Sie aus?
Jeder, der schon einmal auf Reisen war, weiß, dass unser buntes Europa länder- und regionaltypisch anders klingt, schmeckt, riecht und ja, auch „tickt“. Es ist unser Kontinent Europa mit seiner wunderbaren Fülle an Ländern, Sprachen, Kulturen und gewachsenen Traditionen, dem ich mich verbunden fühle. Also nicht nur, weil ich als Deutsche selbstverständlich auch Europäerin bin.

Welche Ziele hat Ihre Partei für Europa?
Diese Vielfalt in und von Europa ist unsere Stärke und unsere Chance für die Zukunft. Sie zu erhalten muss unser Ziel sein.

Welche Ziele hat Ihre Partei konkret für die Jugend?
Eine gute Schulbildung ist der Garant für einen erfolgreichen Start ins Leben. Investitionen in Bildung und Weiterbildung sind also dringend geboten. Hierzu zählt für mich auch die Schaffung von Ausbildungsplätzen. Die voreilige Abschaffung der Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen hat zu einem erheblichen Wegfall von Lehr- und Ausbildungsstellen geführt. Wir plädieren daher auch aus diesem Grund für ihre Wiedereinführung.
Darüber hinaus hat die AfD-Fraktion ein neues Modell der BaföG-Förderung vorgestellt, bei dem jeder Student eine nicht rückzahlungspflichtige, vom Einkommen der Eltern abhängige Beihilfe erhalten soll. Bildung muss möglich sein, ohne sich noch vor dem Eintritt ins Berufsleben zu verschulden.

Mit welchen Mitteln sollen diese Ziele erreicht werden?
Unser duales Ausbildungssystem, das einen erfolgreichen Weg ins Berufsleben ebnet, wird weltweit als Erfolgsmodell gesehen und muss erhalten und gestärkt werden. Eine künstliche Erhöhung der Akademikerquote, wie dies in der Strategie „Europa 2020“ gefordert wird, ist nicht zielführend, wie an der hohen Zahl arbeitsloser Hochschulabsolventen in Südeuropa zu sehen ist.
An der Reform des Studiensystems (Bologna-Prozess) kritisieren wir neben einer zu starken Verschulung und Absenkung des Niveaus auch, dass nach dem Bachelor-Abschluss die Qualifikation der Absolventen für den Arbeitsmarkt oft nicht ausreichend ist. Wir halten daher die Wiederherstellung der weltweit anerkannten deutschen Diplom- und Magisterstudiengänge für richtig.

Ist die Umsetzung dieser Ziele realistisch?
Einer der Kerngedanken unseres Grundgesetzes ist das föderale Prinzip. Dazu gehört auch Bildungspolitik, die Ländersache ist. Das Bildungswesen ist an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Nationalstaaten ausgerichtet. In Bezug auf die Bildungspolitik geht es also darum, unser bisher erfolgreiches Modell nicht durch Brüsseler Eingriffe kaputt zu reformieren.

Hat die EU in ihrer jetzigen Form eine Zukunft und was sollte sich an der derzeitigen EU ändern?
Wir treten für eine grundlegende Reform der EU ein. Insbesondere auch für den Erhalt unseres lebendigen und vielgestaltigen Europas und gegen eine alles einebnende Brüsseler Zentralisierung und Bürokratisierung. Kein Land soll über ein anderes bestimmen dürfen. Wir setzen uns daher für ein freies Europa als Wirtschafts- und Interessengemeinschaft souveräner Staaten ein.

Wird dem Klimaschutz in Europa genug Aufmerksamkeit geschenkt?
Meiner Meinung nach ist die ausschlaggebende Frage beim Klimaschutz nicht nach einem „Wieviel“ an Aufmerksamkeit, sondern nach einem „Wie“ ist diese Aufmerksamkeit gestaltet. Und hier ist eine Versachlichung der Diskussion unbedingt nötig. Es geht um wissenschaftliche und ökologische Fakten statt platter Panikmache.
Wir stehen für einen sinnvollen und machbaren Energiemix jenseits verquerer Ideologie und damit für den Erhalt der konventionellen Kraftwerke, um mit einer grundlastfähigen und bezahlbaren Energieversorgung unsere Zukunft zu sichern.

Sollten Internetriesen wie Facebook oder Google strenger reguliert werden?
Es ist nicht die Größe oder der Erfolg eines Unternehmens, sondern ein rechtswidriger Missbrauch von Wirtschaftsmacht, der zu einer Bestrafung führen muss. Hier ist eine Politik gefordert, die Bedingungen schafft, unter der sich Konkurrenz entfalten und etablieren kann.
Die Grenzen der Meinungsfreiheit in die Hände dieser Konzerne zu legen und Mitarbeiter über Meinungsäußerungen entscheiden zu lassen, so wie das mit dem deutschen Netzwerkdurchsetzungsgesetz geschehen ist, halten wir dagegen für grundlegend falsch.

 

Wir danken Frau Limmer hier noch einmal für das informative und aufschlussreiche Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg. Die Fragen wurden von der gesamten Redaktion zusammengetragen. 

 


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