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[EUROPAWAHL] Die CSU im Interview


Heute kommt der vorletzte Teil der Interviewreihe. Heute mit Björn-Hendrik Otte, der stellvertretend für die CSU die Fragen beantwortet hat.

 

Wie sieht ein perfektes Europa für Sie aus?

Ein perfektes Europa ist es dann, wenn es die größtmögliche Freiheit für jede Person in Europa habe. Gleichzeitig soll diese Person aber durch die größtmögliche Sicherheit geschützt werden. Was nützt mir schließlich freies Reisen in ganz Europa, wenn ich Angst haben muss ausgeraubt zu werden und dann den Täter nicht vor demokratischer Gerichte wie in Deutschland stellen zu können?

Welche Wünsche/Ziele/Hoffnungen hat Ihre Partei für Europa?
Die CSU und vor allem die Junge Union wünscht sich, dass junge Menschen in Europa die Vorteile wertschätzen. Das ist allerdings keine Forderung, sondern muss seitens der EU erarbeitet werden. Kostenlose Interrailtickets für Jugendliche - wie von unserem Spitzenkandidat Manfred Weber unterstützt - sind da der richtige Weg.

Welche Ziele hat Ihre Partei konkret für die Jugend?
Die CSU möchte, dass Jugendliche weiterhin in Europa frei lernen, leben und reisen können. Ein Auslandsjahr in Italien oder ein Erasmus-Semester in Frankreich muss für Jugendliche zur Gewohnheit werden. Dazu braucht es natürlich auch Geld, das von der EU fließen muss.

 Mit welchen Mitteln sollen diese Ziele erreicht werden?
Für viele Projekte, die die Verständigung ankurbeln braucht es vor allem Geld. Das fällt ja nicht vom Himmel, sondern muss in einer starken Marktwirtschaft erarbeitet werden. Ein grenzenloser Sozialismus, den ja einige Politiker derzeit fordern, wäre da der falsche Weg. Am Ende würde das Geld auch für Projekte wie das Interrail-Ticket fehlen.

 Ist die Umsetzung dieser Ziele realistisch?
Ich glaube schon, dass die Umsetzung realistisch ist. Das zeigt sich ja bereits daran, dass es in Teilen heute schon sehr erfolgreich ungesetzt wird. Beim Interrail-Ticket wurden ja schon Anfänge gemacht und Erasmus ist mittlerweile sehr gut etabliert.

 Hat die EU in ihrer jetzigen Form eine Zukunft und was sollte sich an der derzeitigen EU ändern?
Ich glaube, dass sich die EU verändern muss. Sie muss mehr wieder auf die Menschen hören, die in Europa leben. Da habe ich das Gefühl, dass das in den vergangenen Jahren etwas verloren gegangen ist. Außerdem sollte das EU-Parlament ein Initiativrecht für Gesetze erhalten. Es ist doch verrückt: Wir wählen am 26. Mai Politiker, von denen wir wollen, dass sie Gesetze machen und darin unsere Interessen umsetzen. Die können aber gar keine Gesetze selber vorschlagen. Das kann nur die Kommission. Das muss sich ändern!

Wird dem Klimaschutz in Europa genug Aufmerksamkeit geschenkt?
Der Klimaschutz hat noch nie so viel Aufmerksamkeit in Europa bekommen wie in den vergangenen Jahren. Und es wird ja auch viel diskutiert und überlegt, wie sich das Klima noch besser schützen lässt. Da sind wir auf einem guten Weg - auch wenn der natürlich noch viel Arbeit erfordert.

 

Sollten Internetriesen wie Facebook oder Google strenger reguliert werden?
Wenn ein Konzern wie Google oder Facebook eine riesige Marktmacht bekommt, ist das natürlich immer gefährlich. Man muss da aufpassen, dass die nicht machen, was sie wollen. Allerdings gibt es ja gerade dafür Gesetze an die sich auch solche Giganten halten müssen. Und man muss auch einmal sehen, dass diese Konzerne auch viel Geld in Forschung und Innovationen stecken. Die brauchen wir dringend. Als EU müssen wir da eher aufpassen, dass wir den Anschluss nicht verlieren. Warum kommen Google, Facebook und Amazon alle aus Amerika? Wir müssen in der EU die Voraussetzungen schaffen, dass das nächste Google aus Europa kommt!

 

Wir danken Herrn Otte hier noch einmal für das informative und aufschlussreiche Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg. Die Fragen wurden von der gesamten Redaktion zusammengetragen. 

 

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